…was sich ums Rad dreht…

Doping: Armstrong verliert Tour de France Titel | KOMMENTAR


Lance Armstrong hat wegen der Doping-Affäre alle sieben Tour de France Titel verloren

“Lance Armstrong hat keinen Platz mehr im Radsport, er muss vergessen werden” – Das sind die Worte von UCI-Präsident Pat McQuaid am Montag (22.10.12) in Genf. Damit folgt der Weltverband der Beweisführung der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA. Diese wies Armstrong in einem mehr als 1000 Seiten starken Bericht systematisches Doping nach.

Mein persönlicher Kommentar

Unter Doping verstehe ich alles, was über den Weg der natürlichen Nahrungsaufnahme zur Leistungserbringung hinaus geht und nicht der Erhaltung des Gesundheitszustands dient.

Mit der Entscheidung, Lance Armstrong alle sieben Tour de France Titel abzuerkennen, verhilft der Weltradsportverband UCI dem Radsport zurück zu mehr Glaubwürdigkeit. Schließlich haben die Faszination und das Flair großer Veranstaltungen, wie eben auch bei der Tour de France, sehr stark gelitten.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Festina-Affäre im Jahr 1998. Die Tour stand damals immer wieder kurz vor dem Abbruch. Die 17. Etappe am 29.Juli 1998 war eine Spazierfahrt und wurde nicht gewertet. Die Tour habe ich 1997 das erste Mal mitverfolgt. Meine Faszination für diese sportliche Herausforderung war geboren. Nachdem Jan Ullrich bekanntermaßen Tour-Sieger geworden ist, habe ich mich auf die nächste Tour de France gefreut. Der Verlauf dieser Tour de France 1998 ist bekannt. Danach war für mich nichts mehr wie es vorher war.

Den Radsport verstehe ich als eine Versinnbildlichung menschlicher Sehnsüchte nach Glück, welches sich nach Bestehen langanhaltender körperlicher und mentaler Herausforderungen einstellt. Die Strapazen die auf sich genommen werden haben viel mit dem Weg zum eigenen Selbst zu tun. Im Moment des Glücks ist man sich selbst. Das wird auch mir als Zuschauer gegeben, welcher mitfiebert. Als Zuschauer projeziere ich mich auf den Sportler. Mein Idol ist demnach meine individuelle Personifizierung. Ist mein Idol erfolgreich und glücklich, so fühle ich mich auch erfolgreich und glücklich. Das geht aber nur, wenn man ehrlich ist.

Aber: Bin ich dann noch ich selbst, wenn ich mir einen Vorteil durch Doping verschaffe? Bin ich dann noch ich selbst, wenn mein manipulierter Körper zum Sieg gefahren ist? Ist dann nicht auch mein Glück manipuliert? Ist dann nicht auch mein Selbst manipuliert? Ist dann nicht die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber dahin?

Offensichtlich hat sich in diesem Fall Lance Armstrong durch Vorsatz (Davon ist durch sein gebildetes Netzwerk auszugehen) unglaubwürdig gemacht. Es ist nicht er gewesen, der sieben mal zum Sieg gefahren ist. Jedenfalls nicht der, den wir in ihm gesehen haben mögen.

Fazit

Die Entscheidung des Radsportweltverbandes, Armstrong alle Tour Titel abzuerkennen, begrüße ich daher ausdrücklich.

Auch wenn Lance Armstrong nicht der Radsport ist: Der Radsport wird nicht mehr der gleiche werden, der er einmal war. Jedoch ist die durch diese Entscheidung gewonnene Glaubwürdigkeit ein wichtiger Beitrag, um der Faszination ein neues Fundament zu geben. Ist der Sportler ehrlich, so können auch die Fans ehrlich zu sich selbst sein. Der Sport lebt von seinen Fans.

Weitere Informationen

Viele Grüße von Stefan Heidrich

Meine Bikes: CUBE AMS 125 und Poison Ethanol

P.S.: Immer eine Hand am Lenker lassen!

Lesermeinungen

2 Kommentare zu “Doping: Armstrong verliert Tour de France Titel | KOMMENTAR”

  • Pierrette sagt:

    Der Schritt war so schlicht nötig. Nebenbei degradiert er aber auch den Sport nur, dass darum kein Umweg führte.

  • Errol sagt:

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